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Hupen und der Tüv ...
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compasss

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Fahrzeug: Beverly 350 & Honda NC700XD
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PM an compasss

Hupen und der Tüv ...

Erstellt am 28.07.18 16:21

Ich war gestern beim TÜV, dass der Vorderreifen reklamiert würde war mir klar, den hätte ich mit auch nicht durchgehen lassen (wenn zur Zeit auch kaum Profil benötigt wird um Wasser zu verdrängen. Welches Wasser denn auch bei dem Wetter?)

Aber ich hatte an meiner Honda NC noch zwei zusätzliche Signalhörner verbaut, aber noch nicht angeschlossen. Habe sogar einen Grund dafür, ich will nämlich noch eine Verzögerungseinrichtung basteln und verbauen, damit nicht gleich beim ersten Berühren des Tasters alle Vögel tot von den Bäumen fallen. Für ein freundliches "Tröt" bei schlafenden Autofahrern an der Ampel, bei nebeneinander fahrenden Fahrradfahrern (wenn sie die Straße blockieren) oder wenn ich auch nur mal versehentlich die Hupe erwische (warum bloß hat Honda die Position von Hupe und Blinker ausgetauscht?) reicht auch die eingebaute Signalvorrichtung. Wenn aber auf der Autobahn von anderen die Spur gewechselt oder aber ohne Rücksicht auf die Autobahn aufgefahren wird, dann ist die serienmäßige Tröte überfordert, dann sollen sich die (grundsätzlich zulässigen) Zusatzhupen nach ca. 0,1 ... 0,2 Sek. dazuschalten. Nur habe ich diese Verzögerungsschaltung noch nicht fertig.

Nun sagt der TÜV "was angebaut ist muss auch funktionieren, die Hupen müssen ab oder angeschlossen werden. Schwerwiegender Mangel, keinen Plakette".

Das kann doch so allgemein nicht stimmen, oder?

1.) Bei Zusatzscheinwerfern macht man eine Socke drüber oder klebt sich mit Isolierband ab (das berühmte Kreuz). Lappen reinstopfen?

2.) Die Hupe könnte auch zu einer Alarmanlage gehören und müsste somit nicht mit dem Taster verbunden sein. Die Alarmanlage könnte so konstruiert sein, dass sie nur in der heimischen Garage oder dem heimischen Bauernhof scharf geschaltet ist (Transponder, Funk, GPS), so dass eine Demonstration beim TÜV nicht möglich ist.

3.) Gibt es nicht Showelemente, die nicht im Straßenverkehr genutzt werden aber sehr wohl verbaut sein dürfen (Unterbodenbeleuchtung, LED-Zierlichter, Flashlights für die Rennstrecke, etc.)? Wie ist das geregelt?

Es ist kein Akt, die Hupen abzumontieren, einen Anwalt zu bemühen ist es absolut nicht wert, aber mich interessiert die rechtliche Grundlage (ausser dass ein TÜV-Prüfer immer Recht hat). Habe auch nicht vor Ort diskutiert.

Jemand Ahnung?

bis denne ...

compasss


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Sespri

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Fahrzeug: Beverly 250 Bj.04, Husqvarna 570 SMR Bj.03
Beiträge: 160

PM an Sespri

Hupen und der Tüv ...

Erstellt am 28.07.18 21:43

@Compasss

Auffallend, dass in D oft bei kleinstem Anlass der Anwalt ins Spiel gebracht wird. Hat jetzt nicht speziell mit Dir zu tun, aber es fällt mir einfach generell auf...

Aber egal, zu deinen Fragen:

Ich kenne die rechtliche Seite bei uns und die unterscheidet sich - zumindest bei dem hier beschriebenen Sachverhalt - nicht von der StVZO.

Wenn alle Menschen ehrlich wären und die unter Punkt 3 beschriebenen Dinge wirklich nur Zweckgebunden verwendet würden, hätte der TÜV auch keine Probleme diese zuzulassen. Aber wo will man die Grenze ziehen? Dann könnte man auch dem gelangweilten Bankkunden, in seiner Freizeit Mitglied in einem Schützenverein, in der Warteschlange zugestehen, dass er nur seine vorher erworbene Waffe mal kurz in der Hand wiegen wollte. Er hatte nichts Böses im Sinn, er hatte sie einfach gerade dabei...

Zu Punkt 2: Geht in die Richtung des oben gesagten. Einen Haufen "könnte". Ja, es könnte sein, muss aber nicht. Und dann sind wir wieder bei Punkt 3. Wenn Du es glaubhaft beweisen kannst, wird auch der TÜV nichts dagegen haben. Er sagte ja nicht generell nein, sondern angeschlossen muss es sein.

Darum auch der grundsätzliche Standpunkt, dass nur erlaubte und funktionsfähige Elemente montiert sein dürfen. Weil, Hand aufs Herz, wenn Teile montiert werden, dann normalerweise in der Absicht, diese auch einzusetzen, oder nicht?

Das mit Punkt 1 wäre bei uns nicht erlaubt. Angenommen, jemand legt sein Fahrzeug so tief, dass die Nebellichter die Mindesthöhe unterschreiten, dann müssen diese "dauerhaft ausser Betrieb sein." D.h. mindestens Birne raus und Kabel entfernt. So sind sie nicht zerstört und können in der Stossstange bleiben und sind reaktivierbar, wenn die Bedingungen wieder erfüllt sind. Man kommt ja so dem Kunden entgegen. Es darf aber nicht sein, dass er aus der Halle fährt und einfach den Anschluss zusammensteckt. Dauerhaft heisst idR. ein erhöhter Aufwand. Den Stecker in 2sek zusammenfügen, gehört nicht dazu...

Gruss Sespri


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compasss

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Aus: Bonn
Fahrzeug: Beverly 350 & Honda NC700XD
Beiträge: 410

PM an compasss

Zu: Hupen und der Tüv ...

Erstellt am 29.07.18 11:10

@Sespri

Ich habe gar keine Rechtsschutzversicherung, mir ist das Völkchen auch suspekt, die haben inzwischen ein Paralleluniversum aufgebaut, das immer häufiger in die echte Welt hineinspielt, wo man das nur kopfschüttelnd betrachten kann. Nur wenn in Gesetzen, Gesetzesänderungen und -novelierungen, dazu Verordnungen, dazu Ausführungsbestimmungen, dazu Auslegungsregeln, abschließend Urteile und Richterrecht Informationen enthalten sind, findet man die ohne Hilfe aus diesem Paralleluniversum oft nicht. Einzig die Logikkonstruktionen die in Urteilen aufgebaut werden. kitzeln manchmal meinen Spieltrieb.

Deshalb waren meine Beispiele zugegebenerweise auch etwas an den Haaren herbeigezogen. Mich interessiert nur, wo so etwas geregelt ist, und wie. Inzwischen bin ich so resigniert, dass ich auch mit "Ermessensspielraum" leben kann, wobei ich da die Grenzen zur "Willkür" für fließend halte; deshalb auch: "Der TÜV-Prüfer hat immer recht", wenn man anderer Meinung ist MUSS man juristisch dagegen vorgehen und MUSS einen Anwalt bezahlen (und nicht nur den).

Original von Sespri am 28.07.18 21:43 UhrDas mit Punkt 1 wäre bei uns nicht erlaubt. Angenommen, jemand legt sein Fahrzeug so tief, dass die Nebellichter die Mindesthöhe unterschreiten, dann müssen diese "dauerhaft ausser Betrieb sein." D.h. mindestens Birne raus und Kabel entfernt. So sind sie nicht zerstört und können in der Stossstange bleiben und sind reaktivierbar ...


Hier musste ich länger überlegen und wusste nicht, ob das Punkt 1 oder Punkt 3 betraf. Denn immerhin waren die Kabel ab, und nicht einmal Verkabelung vorhanden (was man am Motorrad ja recht gut sehen kann). Aber ich habe -glaube ich- verstanden, was du meinst.

Nun habe ich auch ein konkreteres Beispiel. Früher hatte ich mal ein Gespann mit wahlweisem Betrieb. Eines der Problemchen war, dass die rechtsseitigen Blinker bei Betrieb MIT Seitenwagen außer Betrieb sein mussten. Vorne wurde das Blinkerglas durch ein geschwärztes Glas ersetzt (der Blinker war in den Rückspiegel eingebaut), hinten wurde eine "Socke" genäht, die über den Blinker gestülpt wurde. Insbesondere der Blinkerglaswechsel vorne bei An- und Abbau verdoppelte fast die Montagezeit bei der genialen Seitenwagenkupplung, und mir ist sogar klar, warum man sich nicht auf eine elektrische Deaktivierung der Blinker beschränkte ... bei Tageslicht würde ein anderer Verkehrsteilnehmer möglicherweise beim Abbiegen mit der Funktion eines erkennbaren Blinkers rechnen, also darf der Blinker nicht als solcher erkannt werden, also verbietet sich eine rein elektrische Deaktivierung.

Alles im Allem eine pragmatische Lösung, für die es aber in diesem unseren Lande eine Rechtsgrundlage geben sollte, wenn nicht muss. Denn sonst könnte der nächste Prüfer ja sagen, diese Lösung entspreche nicht seinen Vorstellungen, der hintere Blinker müsse ganz abgeschraubt werden.

Anderes Beispiel: Die Tannenbäume die an (Baustellen-) LKW teilweise montiert sind, oder die bunten LED, mit denen LKW geschmückt werden, offiziell wohl aber als Innenraumbeleuchtung gelten, aber dekorativ das Fahrzeug schmücken und bei Außenmontage sicherlich verboten wären.

Irgendwie kann es also keine einfachen oder eindeutigen Regelungen geben, oder sie haben Löcher, und dann ist es vielleicht unmoralisch, aber legal sie zu nutzen. Und es ist ungerecht, wenn einige sie nutzen dürfen und andere nicht.

Aber, wie gesagt, es ist kein Akt, sie vorübergehend abzuschrauben. Meine kohlhaasoide Phase habe ich hinter mir!

bis denne ...

compasss


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Sespri

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Aus:
Fahrzeug: Beverly 250 Bj.04, Husqvarna 570 SMR Bj.03
Beiträge: 160

PM an Sespri

Hupen und der Tüv ...

Erstellt am 29.07.18 12:54

@compasss

Anwälte: Zu allem fähig und zu nichts zu gebrauchen...

Eine Rechtsgrundlage MUSS vorhanden sein und wird es auch geben. Die Interpretation derselben steht auf einem anderen Blatt. Die Juristerei ist gar nicht so in Stein gemeisselt, wie der Volksmund es meint. Wie oft liest man von einem simplen Nachbarsstreit, der irgendwann eskaliert. Am Anfang trifft man sich noch beim Friedensrichter im Dorf und am Schluss am Europäischen Gerichtshof. Und bei jeder Instanz wechselt das Urteil mal zugunsten von "A", mal von "B". Und wir reden immer vom gleichen Sachverhalt und einem Urteil, welches sich auf ein gültiges Gesetz stützt. Aber der eine Anwalt kennt einen Paragraphen, der andere einen anderen, der zur Anwendung kommen könnte/müsste/eventuell/blabla usw. usf.

Interessant ist dein Beispiel der Innenbeleuchtung. Schau mal, was unsere Gesetzgebung dazu sagt:

https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19950165/201707010000/741.41.pdf

Lies mal Art.110, Buchstabe e... Interpretationsspielraum hoch drei.

Der Grund, warum man keinen Wildwuchs in Sachen Beleuchtung duldet, hat einen handfesten Grund, welches du in der Blinkersache schon angedeutet hast. Der Verkehrsteilnehmer gewöhnt sich an ein bestimmtes Erscheinungsbild im Strassenverkehr. Wenn ich abbiege und es kommt mir ein Fahrzeug entgegen, nimmt mein Unterbewusstsein dieses zur Kenntnis und ordnet es Sinngemäss ein. Wenn ich jedesmal ein Ratespiel veranstalten muss, was mir wohl entgegenkommt, kostet das unnötige Ressourcen. Das gleiche mit Wimpel am Rückspiegel. Man speichert das Gewackel als normal ab und übersieht in der Linie das Objekt auf der Strasse. Und wer das alles als graue Theorie abtut, soll am Ende einer Fahrt durch die Stadt genau aufzählen, welche Ampel auf Grün und welche auf Rot stand...

Einen sonnigen Sonntag noch...

Sespri


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Jim66

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Aus: LKR Mühldorf
Fahrzeug: Beverly 350 (2018) und Guzzi V9
Beiträge: 18

PM an Jim66

Zu: Hupen und der Tüv ...

Erstellt am 30.07.18 12:06

Original von compasss am 28.07.18 16:21 Uhr
Ich war gestern beim TÜV, dass der Vorderreifen reklamiert würde war mir klar, den hätte ich mit auch nicht durchgehen lassen (wenn zur Zeit auch kaum Profil benötigt wird um Wasser zu verdrängen. Welches Wasser denn auch bei dem Wetter?)

Aber ich hatte an meiner Honda NC noch zwei zusätzliche Signalhörner verbaut, aber noch nicht angeschlossen. Habe sogar einen Grund dafür, ich will nämlich noch eine Verzögerungseinrichtung basteln und verbauen, damit nicht gleich beim ersten Berühren des Tasters alle Vögel tot von den Bäumen fallen. Für ein freundliches "Tröt" bei schlafenden Autofahrern an der Ampel, bei nebeneinander fahrenden Fahrradfahrern (wenn sie die Straße blockieren) oder wenn ich auch nur mal versehentlich die Hupe erwische (warum bloß hat Honda die Position von Hupe und Blinker ausgetauscht?) reicht auch die eingebaute Signalvorrichtung. Wenn aber auf der Autobahn von anderen die Spur gewechselt oder aber ohne Rücksicht auf die Autobahn aufgefahren wird, dann ist die serienmäßige Tröte überfordert, dann sollen sich die (grundsätzlich zulässigen) Zusatzhupen nach ca. 0,1 ... 0,2 Sek. dazuschalten. Nur habe ich diese Verzögerungsschaltung noch nicht fertig.

Nun sagt der TÜV "was angebaut ist muss auch funktionieren, die Hupen müssen ab oder angeschlossen werden. Schwerwiegender Mangel, keinen Plakette".

Das kann doch so allgemein nicht stimmen, oder?

1.) Bei Zusatzscheinwerfern macht man eine Socke drüber oder klebt sich mit Isolierband ab (das berühmte Kreuz). Lappen reinstopfen?

2.) Die Hupe könnte auch zu einer Alarmanlage gehören und müsste somit nicht mit dem Taster verbunden sein. Die Alarmanlage könnte so konstruiert sein, dass sie nur in der heimischen Garage oder dem heimischen Bauernhof scharf geschaltet ist (Transponder, Funk, GPS), so dass eine Demonstration beim TÜV nicht möglich ist.

3.) Gibt es nicht Showelemente, die nicht im Straßenverkehr genutzt werden aber sehr wohl verbaut sein dürfen (Unterbodenbeleuchtung, LED-Zierlichter, Flashlights für die Rennstrecke, etc.)? Wie ist das geregelt?

Es ist kein Akt, die Hupen abzumontieren, einen Anwalt zu bemühen ist es absolut nicht wert, aber mich interessiert die rechtliche Grundlage (ausser dass ein TÜV-Prüfer immer Recht hat). Habe auch nicht vor Ort diskutiert.

Jemand Ahnung?

bis denne ...

compasss


Hallo
Hier die offizielle Version
http://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__55.html



Heute ist die gute alte Zeit von morgen

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compasss

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Aus: Bonn
Fahrzeug: Beverly 350 & Honda NC700XD
Beiträge: 410

PM an compasss

Hupen und der Tüv ...

Erstellt am 30.07.18 18:59

Ist mehr als eine Einrichtung für Schallzeichen angebracht, so muss sichergestellt sein, dass jeweils nur eine Einrichtung betätigt werden kann. Die Umschaltung auf die eine oder andere Einrichtung darf die Abgabe einer Folge von Klängen verschiedener Grundfrequenzen nicht ermöglichen.
(§55 StVZO, Abs 1 (2))
Also in meinem Setting ist sowas von sichergestellt dass nur eine Schalleinrichtung gleichzeitig betätigt werden kann, dass einem Logiker die Tränen der Rührung aufsteigen sollten. Aber Informatikerlogik unterscheidet sich von Juristenlogik, auch wenn letztere es nicht wahr haben wollen .

Andererseits Dir Dank @Jim66, so habe ich zur Kenntnis genommen, dass eine Hupe "light", gefolgt von einer richtigen Hupe, nicht zulässig ist, da es damit zwangsläufig zu einer "Folge von Tönen" kommen würde. Das, was ich beabsichtigte war also nicht korrekt, nicht das, was vorhanden war. Na gut, Herzinfarkt für Alle, soll mir auch recht sein.

Und ... ich habe erstmals das "Anhaltesignal" offiziell gelesen, die amerikaische Polizei-Heulerei als Anhalteaufforderung, die es jetzt ja geben soll. Ist mir praktisch oder im (deutschen) Film noch nie untergekommen .

bis denne ...

compasss

(PS: Die Zusatzhupen sind richtig laut, aber nicht ZU laut)


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Jim66

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Aus: LKR Mühldorf
Fahrzeug: Beverly 350 (2018) und Guzzi V9
Beiträge: 18

PM an Jim66

Hupen und der Tüv ...

Erstellt am 30.07.18 20:26

Mach es doch wie früher, vor dem TÜV einen Tag alles wieder StVZO-gerecht umbauen und danach so wie es Spaß macht Leider sind die Damen und Herren in ihren blau weißen Einsatzfahrzeugen aber auch nicht mehr so kulant was bei deiner Hupe jedoch kein Thema sein sollte. Viel Erfolg!
Jim



Heute ist die gute alte Zeit von morgen

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